Mein erster Halbmarathon - Berlin 03.04.2016



Ich bin Halbmarathoni! Diesen Satz wollte ich schon ganz ganz lange sagen. Ich habe mit dem Laufen etwa mit 16 Jahren angefangen. Und nachdem ich meinen ersten Wettkampf ein paar Jahre später hatte, wollte ich immer mal den Halbmarathon laufen. 21,195km das hört sich wirklich krass an und irgendwie kann ich es immer noch nicht glauben, dass ich es geschafft habe.
Drei Mal habe ich mich schon für einen Halbmarathon angemeldet. Das erste Mal hatte ich einen Monat vorher eine Notoperation und konnte dann nicht daran teilnehmen. Das zweite mal bin ich drei Wochen vorher so krank mit einer Grippe geworden und musste den Halbmarathon wieder absagen. Also dachte ich mir, alle guten Dinge sind drei und hab mich letzten Oktober für den Halbmarathon in Berlin angemeldet. Im Januar hab ich dann meinen positiven Schwangerschaftstest in den Händen gehalten und dachte mir erst, ach das schaffst du trotzdem. Als dann die Übelkeit einsetzte, musste ich eine Woche pausieren und hab wieder ganz von vorn angefangen mit einer kleinen Runde von etwa 5km. Das war Anfang Februar. Das Training lief dann ganz ok bis vier Wochen vor dem Halbmarathon. So langsam merkte ich, dass ich nicht mehr alleine bin, sondern Quappi mich ganz schon beansprucht. Ich hatte hin und her überlegt, ob ich den Lauf absagen sollte, zwei Wochen vorher dann aber mein erster 16km Lauf und der war super und ich habe wieder Mut geschöpft. Den Montag vor dem Lauf hatte ich dann einen 14km Lauf und dachte, nie im Leben schaffst du noch die 7km und war schon ganz am Ende. 

Aber ich wollte auf jeden Fall mitmachen und wenn ich die letzten Kilometer gehen musste.
Beim Abholen der Startunterlagen habe ich dann noch mal ein bisschen Muffensausen bekommen und war super nervös. 



Aber meine Schwester und ich hatten einen Plan für den Lauf am nächsten Tag. Früh aufstehen, viel trinken, unbedingt vorher auf die Toilette und einfach mitreißen lassen.



Wir sind um kurz vor neun zum Startbereich gelaufen und haben dort bis 10:30 Uhr gewartet bis wir endlich loslaufen konnten. Ich hatte wirklich einen grandiosen Tag. Keine schweren Beine, keine Beschwerden im Becken, Quappi schien auch nicht an meinen Beckenknochen zu liegen und ich hatte Lust auf Laufen. Die ersten Kilometer war ich wirklich nervös und konnte es gar nicht glauben, dass ich wirklich dabei war. 


Auf der Straße des 17. Juni hatte ich dann meinen Rhythmus. Ich habe meine Schwester wieder gefunden und wir sind ein paar Kilometer zusammen gelaufen. Der erste Getränkestand kam bei Kilometer 6 und ich konnte gar nicht glauben, dass ich schon 6km geschafft hatte. Dann ging es Richtung Schloß Charlottenburg und ich wusste kurz danach ist Kilometer 10 und du hast dann die Hälfte geschafft. Mir war wichtig, dass ich bis dahin mein zügiges Tempo laufen und danach ruhig etwas langsamer werden kann.
Der der 10km-Marke ging es über den Kudamm, darauf hatte ich mich wirklich gefreut. Die vielen Menschen und Kiddies, die man abklatschen konnte. Und auf einmal kam schon der nächste Getränkestand bei Kilometer 14. Dann habe ich gemerkt, dass mein Becken anfing weh zu tun, aber ich hab mich durchgebissen, beim letzten Getränkestand (16km) hab ich das letzte Mal Kraft gesammelt. Ich wusste, dass meine Eltern bei Kilometer 17-18 stehen werden. Und ich habe Sie dann auch am Potsdamer Platz getroffen, dort haben die Schmerzen dann auch wieder aufgehört und ich habe mir meine letzte Flasche Wasser von meinem Vater geben lassen und wusste, jetzt schaffst du es. Die letzten 2km waren hart und ich konnte wirklich kaum mehr laufen, als ich dann um die Ecke gebogen bin und das Ziel gesehen hab, meinte ich nur noch „Gott sei Dank“. Vor dem Ziel musste ich mich so zusammenreißen nicht zu heulen, weil ich so unglaublich stolz war, dass ich es tatsächlich geschafft habe – meinen ersten Halbmarathon in 2:06:19 min in der 16. Schwangerschaftswoche!






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