[gelesen] Edith Wharton "Zeit der Unschuld"

Worum geht´s?
In diesem 1921 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman erzählt Edith Wharton die Geschichteeiner durch gesellschaftlichen Konventionen verhinderten Liebe in New York der 1870er Jahre. Newland Archer, ein junger Anwalt aus der High Society, ist mit der aus seinen Kreisen stammenden May Welland verlobt, verliebt sich aber in deren unkoventioneller Cusine Ellen Olenska, die nach einer gescheiterten Ehe aus Europa zurück gekehrt ist. Der Pflicht gehorchend, verhindert er als Anwalt ihre Scheidung, die den beiden Liebenden eine gemeinsame Zukunft ermöglichen, jedoch einen gesellschaftlichen Skandal heraufbeschwören könnte und heiratet, ebenfalls aus Pflichtgefühl May. Newland sichert sich dadurch zwar seine Karriere, aber er verspielt das Glück seines Lebens.


Meine Meinung
Ich bin im Lesewahn zur Zeit und freue mich über jedes neue Buch, dass ich anfangen kann. Diesmal ein gesellschaftskritischer Roman, der zum Ende des 19.Jahrhunderts spielt. Ich fand es etwas schwer reinzukommen. Es ist doch sehr langatmig am Anfang und alle wichtigen Personen in der Gesellschaft von New York werden genaustens beschrieben. Aber dann war es wirklich schön, die Liebe zwischen Newland und Ellen wird so unschuldig beschrieben, eigentlich haben sie sich nur ein einziges Mal geküsst und trotzdem haben sie sich schwer verliebt. Aber die Liebe hat keine Chance, denn die gesellschaftlichen Ansichten versperren sich gegen sie. Eigentlich fand ich die letzten 20 Seiten die Schönsten. Zu sehen wie sich Newlands eigene Familie entwickelt und wie erstaunt er ist, dass seine eigenen Kinder ein freies und unbeschwertes Leben leben können. Das fand ich wirklich herzzerreißend und traurig. Ein wirklich schönes Buch, sehr einfühlsam und wunderbar geschrieben. Eine Empfehlung vor allem in den kalten Wintertagen, die gerade herrschen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Freitagslieblinge vom 28.Oktober 2016

Day in the Life - Monday