[gelesen] Arthur Miller "Hexenjagd"

Worum gehts?
Das Drama spielt im Jahr 1692 in Salem. Der Pfarrer Samuel Pharris überrascht einige Mädchen u.a. auch seine eigene Tochter, wie sie nackt im Wald Rituale verüben. Die Mädchen täuschen daraufhin Krankheiten vor, um sich schützen und da die Ärzte diese nicht erklären können, kommt es schnell zum Vorwurf von Hexerei. Pfarrer Pharris holt sich Hilfe von einem anderen Pfarrer aus der Nachbargemeinde, der sich auf Hexerei spezialisiert hat. Die Mädchen beschuldigen daraufhin wahllos andere Gemeindemitglieder sie verführt zu haben, um dem Vorwurf der Hexerei zu entkommen. Es wird ein Hexengericht in Salem eröffnet und die Hälfte der Gemeinde verurteilt. Der Bauer John Proctor durchschaut jedoch das Spiel der Mädchen. Er hatte eine Affaire mit einem der Mädchen, die nun versucht ihn an sich zu binden, indem sie dessen Frau Elisabeth der Hexerei beschuldigt. Mit Hilfe seiner Magd Mary, die auch zu den Mädchen gehörte, welche das Waldritual verübte,  versucht er die Unschuld seiner Frau zu beweisen. Mary gesteht, alles nur vorgetäuscht zu haben, hält jedoch dem Druck der anderen Mädchen, welche sie nun selbst als Hexe bezeichnen nicht stand. Daraufhin gesteht Proctor sein früheres Verhältnis zu Abigail. Doch als der Richter Elisabeth fragt, ob ihr Mann sie betrogen hat, lügt sie um seine Ehre zu retten. Daraufhin wird Proctor selbst beschuldigt mit dem Teufel im Bunde zu sein und Mary verführt zu haben. Er wird zum Tode verurteilt. Pfarrer Hale ist überzeugt von Proctors Unschuld, kann aber erst einmal nichts gegen das Urteil tun und verlässt die Stadt.
Nach einiger Zeit kommt es zu Aufständen in Nachbargemeinden gegen die Hexengerichte. Pfarrer Pharris befürchtet diese auch in Salem und lässt Pfarrer Hale zurück kommen, um Proctor ein Geständnis abzuringen um ihn dadurch zu retten. Zuerst gesteht Proctor tatsächlich, doch zerreißt kurz darauf sein Geständnis und wird hingerichtet.

Meine Meinung
Ich glaube, ich hab vor vielen Jahren schon den Film mit Winona Ryder und Daniel Day-Lewis gesehen. Denn beim Lesen kam mir das alles so bekannt vor. Aber schon mal vorne weg, ein super tolles Stück. Es ist ein Drama und auch in der Form eines Theaterstückes geschrieben. Was ich manchmal etwas schwer zu lesen finde, aber dadurch, dass das Thema so fesselnd war, kam ich schnell durch. Das Stück ist spannend geschrieben, die Figuren authentisch und mitfühlend. Ich könnte mich gut in die Zeit einfühlen, sei es in die Mädchen, die einfach Angst vor Strafen hatten und die dann später merkten, dass ihre Beschuldigungen ausuferten, aber auch John Proctor als Sünder, der mit seinem Geständnis ringt und auch das Gericht selbst. Irgendwie kann man auch nachvollziehen, dass sie ihre Autorität nicht untergraben wollen, wenn sie die Beschuldigten frei sprechen. Obwohl das die einzig zivile Möglichkeit gewesen wäre. Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit, deshalb macht sie sie so unglaublich. Eigentlich sollte man nicht meinen, dass Menschen aufgrund solcher Beweise umgebracht werden. Aber ich glaube, das macht sie so gut. Wirklich ein spannendes Stück und sehr empfehlenswert.

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