Miguel Barnet "Der Cimarrón: Die Lebensgeschichte eines entflohenen Negersklaven aus Kuba"

Worum gehts? (siehe Amazon)
Miguel Barnet und einige Ethnologen besuchten den hundertvierjährigen Esteban Montejo und fanden einen hochintelligenten, eigensinnigen Mann voller Erinnerungen an längst Vergessenes vor: Erinnerungen aus dem leben der Negersklaven, aus der Zeit der Abschaffung der Sklaverei auf Cuba und des Befreiungskrieges gegen die spanischen Kolonialisten. Montejo ist ein Cimarrón, ein entlaufener Sklave, der lange Jahre in absoluter Einsamkeit in den Bergen gelebt hat und sich dann den Aufrührern anschloß. Montejo schildert alles von seinem persönlichen Standpunkt aus: das Leben als Sklave auf der Zuckerrohrplantage, das Leben in den Bergen, den Krieg, die Zeit, als Spanier zwar vertrieben, aber durch Nordamerikaner ersetzt waren. Alter afrikanischer Aberglaube vermischt sich mit spanischer Überlieferung, überraschend ist die bilderreiche Sprache dieses ehemaligen Sklaven. Da wird von Vergangenheit geredet, aber diese Vergangenheit erklärt die Gegenwart, erklärt Castro und Castros Cuba.

Meine Meinung:
Diesmal ein Buch außerhalb meiner Gilmore-Girls-Lese-Challenge. Aber ich musste das Buch lesen, weil ich in drei Wochen ein Referat darüber in meinem Ethnologie-Seminar halten muss. Hm...was soll ich zu dem Buch sagen, ich hatte erwartet, dass es mir einen Einblick in die Geschichte Kubas des ausgehenden 19.Jhd. gibt, aber richtig schlau wird man aus dem Buch nicht. Wer schon länger meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich kein großer Fan vom Ich-Erzähler bin. Ich fand es sehr anstrengend zu lesen, weil es nur kurze Sätze gab mit "dann passierte das, und dann passierte das." Das war einfach nicht mein Stil, den ich gerne lese. Seit Tolstoi bin ich ein großer Fan von Schachtelsätzen und langen Ausführungen, was man ja auch bei Dickens zu Genüge findet. Naja aber es sind nur 200 Seiten und das geht schnell rum. Prinzipiell würde ich das Buch jetzt nicht weiter empfehlen. Das Buch war mir stellenweise zu emotional, ich hätte mir gewünscht, dass man etwas mehr Hintergrund erfährt. Aber da das Buch auch von Ethnologen begleitet wurde, kann man das wohl eher weniger erwarten, da es halt ein Zeitzeugenbericht sein sollte ohne Wertung und Hinzufügungen. Naja ich werde mich jetzt an die Sekundärliteratur machen, vielleicht weiß ich dann mehr. Ansonsten drückt mir die Daumen:-)

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